Donnerstag, 8. Mai 2014

Wassertreten


Wassertreten

Wassertreten wirkt erfrischend am Morgen und beruhigend am Abend.

Was bewirkt das Wassertreten in unserem Körper ganz genau?

Gefässe

Damit das Blut von den Füssen wieder zum Herzen gelangen kann, besitzen unsere Venen kleine Klappen, welche den Rückfluss des Blutes verhindern. Der Druck, welcher durch die Bewegung der Beinmuskeln entsteht, drückt dann das Blut zurück zum Herzen. Sind die Gefässmuskeln der Beine jedoch geschwächt, kann es sein, dass die Klappen nicht mehr richtig schliessen und das Blut zurück fliesst. So entstehen Krampfadern.

Im kalten Wasser ziehen sich die Gefässmuskeln der Beine zusammen. Dies ist ein natürlicher  Schutzmechanismus, damit der Körper nicht zu schnell an Wärme verliert. Die Gefässwandmuskeln werden bei jedem Wassertreten trainiert und gestärkt. Dadurch schliessen die Venenklappen besser und das Blut kann gut zum Herz zurück transportiert werden. Durch die Bewegung wird dieser Effekt noch verstärkt. Daher eignet sich das Wassertreten vor allem bei folgenden Gefässerkrankungen:

- Krampfadern
- venösen Abflussstörungen der Beine
- beginnenden arteriellen Durchblutungsstörungen

Nicht geeignet bei:
- schwerer arterieller Durchblutungsstörung (Schaufensterkrankheit)
- Thrombosen und Arteriosklerose

Blutkreislauf und Herz

Beim Eintreten ins kalte Wasser ziehen sich die Gefässwände zusammen und die Beine sehen blass aus, man bekommt Gänsehaut und verspürt ein Kältegefühl. Nach der Kälteeinwirkung jedoch erweitern sich die Gefässe wieder, man bekommt rote, warme Haut und das Kältegefühl verschwindet. Danach fühlt man sich sehr wohl. Durch die anfängliche Verengung der Gefässe erhöht sich der Blutdruck für eine kurze Zeit, danach jedoch sinkt er wieder, da die Gefässe sich in der zweiten Phase wieder erweitern. Für Betroffene, welche zu leicht erhöhtem Blutdruck neigen, eignet sich daher das Wassertreten sehr gut. Jedoch bei höheren Werten (100/160mmHg) sollte auch das Wassertreten verzichtet werden, da anfänglich der Blutdruck steigt.
Der Kältereiz wirkt auf das Herz beruhigend und der Puls wird langsam. Daher wird Betroffenen mit Herzneurosen das Wassertreten empfohlen.

Nicht geeignet bei: 
- Organischen Herzerkrankungen: erlebte Herzinfarkte, Angina Pectoris, Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz

Immunsystem

Kältereize beeinflussen immunologische Reaktionen und Aktivieren das Hormonsystem, speziell das Hypophysen-Nebennierenrindensystems. Besonders die Hormone, welche in der Nebennierenrinde ausgeschüttet werden, wirken infektvorbeugend, abhärtend und stoffwechselanregend.

Nicht geeignet bei:
-  Infektionen im Bauchraum: Harnwegsinfekte, Blasen- und Nierenerkrankungen, Unterleibsinfektionen
- Menstruation
- Ischiasbeschwerden

Haut

Durch das Laufen über die Steine im Fluss oder Bach werden zusätzlich noch die Fussreflexzonenpunkte aktiviert und wirken sich positiv auf den Körper aus. 
In einem Bach oder Fluss sollten Betroffene mit Gefühlsstörungen in den Füssen auf spitze Steine achten, damit Sie sich nicht verletzen. Führen Sie das Wassertreten vorsichtig aus, damit Sie nicht ausrutschen.

Aktivität und Ruhe

Macht man das Wassertreten am Morgen, so erfrischt es den Geist und man ist wacher. Nach dem Wassertreten am Morgen kann man durch Laufen die Beine wieder erwärmen. Die Anwendung am Morgen eignet sich hervorragend bei öfteren Benommenheitszuständen und chronischer Müdigkeit.
Macht man das Wassertreten am Abend und zieht danach warme Socken an, so wirkt es sehr schlaffördernd und beruhigend. Die Anwendung am Abend eignet sich daher gut bei Einschlafschwierigkeiten.

Vegetatives Nervensystem

Das Wassertreten wirkt beruhigend und stabilisierend auf das vegetative Nervensystem. Krankheiten, welche sich durch Stress verschlechtern, können somit durch das Wassertreten positiv beeinflusst werden. Dazu gehört zum Beispiel der Sudeck im ersten Stadium im Bein.  
Kinder reagieren oft nervös auf Veränderungen wie z.B. beim Schulbeginn oder bei Herausforderungen im Berufsleben. Das Wassertreten macht Kindern Spass, entspannt und erfrischt den Kopf.
Das Krankheitsbild Schweissfuss wird meist unmittelbar durch eine Regulationsstörung des vegetativen Nervensystems in Verbindung mit übergrossen Schweissdrüsen hervorgerufen. Somit eignet sich das Wassertreten auch bei einen Schweissfuss.

Was noch zu beachten ist!

Die Füsse sollten nicht frieren oder kalt sein und der Körper sollte nicht frösteln. Das Wassertreten sollte man nur bei einer guten körperlichen Verfassung durchführen. Bei Zweifel kontaktieren Sie am besten Ihren Arzt.

Wie geht das Wassertreten vor sich?

- Sie benötigen ein Wasserbecken/ Badewanne/ Uferstreifen/ Bach/ Stadtbrunnen/ Meeresstrand
- Wasser sollte bis handbreit unter das Knie reichen
- Hosenbeine hoch halten
 - „Storchengang“ gehen
- je nach Körpertemperatur bei 30-60 Sekunden aufhören, wenn ein deutliches Kältegefühl bzw. Kälteschmerz eintritt
- Danach Wasser nur abstreifen und sofort Schuhe und Stümpfe anziehen
- Nach dem Wassertreten sollte man sich wieder erwärmen. Am Morgen kann man dies durch Laufen erzielen und am Abend durch warme Socken und gutes zudecken. Wenn Sie sich lieber bewegen, dann am besten durch einen Spaziergang, aber nur mit warmen Füssen.

Viel Spass beim Wassertretem.


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